RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Antiquarische Bücher

Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler

Streit. Domäne der Kultur

ISBN: 978-3-85415-390-0
Buchpreis: € 15.90
216 Seiten, SW-Abbildungen, broschiert, erschienen 2006

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Streit - eine Kulturleistung? Die verborgene Harmonie übersteigt die offenkundige, das meinte schon Heraklit. Demokratie braucht Streit und kann sich Streit auch leisten, denn hier sollte weniger die offenkundige Harmonie das Entscheidende sein als das grundsätzliche Wissen um eine größtmögliche Entscheidungsfreiheit des einzelnen, das Wissen um Ãnderungsmöglichkeit - dieses Wissen als verborgene Harmonie trägt diese Art menschlicher Gesellschaft. Es gibt aber auch Zeiten, in denen staatliche Organe sehr empfindlich reagieren, Kritiker werden als Nestbeschmutzer gesehen.

Für die alten Griechen war Harmonie eine Tochter der Sünde. Der Ordnungssinn, nicht selten aus auf Hegemonie, hat Angst vor dem Spontanen. Kunst und eigenständige Lebensgestaltung werden, weil sie Freiheit beanspruchen, als Anmaßung gesehen. Streit und Widerstreit ist der Kunst immanent, es gehört zum Leben, im Diskurs darüber wird deutlich, daß es auch hier um eine ästhetische Komponente geht, nämlich, wie denn gestritten wird und worüber und zu welchem Zweck. Von der Streitsucht ist ein langer Weg zur Streitkultur.

Mit Beiträgen von:
Anton Pelinka, Demokratie braucht Streit - aber Streit braucht keine Demokratie;
Beat Wyss, Der Paragone. Kampfregeln im Kunstsystem;
Christian Demand, Die Invasion der Barbaren - weshalb ist Kultur eigentlich immer bedroht?;
Christian Fleck, Streitende Wissenschaften: Formen und Folgen von Kontroversen;
Brigitte Ratzer, High Tech -“ Low Quality? Zur Konfliktkultur der Technowissenschaften;
Rainer Metzger, Das will ich auch haben! Über Kunst im Licht von Neid und Rivalität;
Robert Pfaller, Über günstige und ungünstige Verhältnisse bei Harmonie und Disharmonie;
Susanne Jalka, Die streitlustige unbequeme Friedfertigkeit;
Werner Wintersteiner, Streitsucht, Streitlust, Streitkultur;
Wolfgang Ullrich, Und das soll Kunst sein? Der Streit als Merkmal und Legitimation moderner Kunst.

Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler

Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler Geb. in Tarvis, Italien. Studium in Wien und Mainz. 1964 Promotion;
1966 Dr.-Leopold-Kunschak-Preis für Geschichte und Organisation der Vaterländischen Front, erschienen 1972 im Europa-Verlag
1965 bis 1971 Leitung des Kulturamtes der Stadt Klagenfurt
1971 bis 1975 journalistische Tätigkeit bei der EWG in Brüssel
1979 Gründung der Galerie Carinthia;
Wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit, Schwerpunkt Kulturpolitik.


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