RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


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D. Holland-Moritz

Fan Base Pusher

ISBN: 978-3-85415-426-6
Buchpreis: € 13.90
152 Seiten, broschiert, erschienen 2008

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Ein Schnitt durch jüngst vergangene Zeit, deren Spur sich durch Tagebuchseiten zieht, die als Grundlage dienen für ein Schreiben, das Holland-Moritz das authentoide nennt. Nach Lovers Club, der Innensicht aus der Jugendkultur der 70er auf die westdeutsche Provinz, legt der Autor eine subjektive Chronik seines Berliner Szene-Umfeldes der letzten Jahre vor. "Arbeit am Selbst, und zwar lebenslänglich – das ist der kategorische Imperativ des Pop", zitiert Holland-Moritz aus dem Feuilleton der Zeit vom 30. Januar 2003 ein mögliches Motto für seine Arbeit, die das Biografische aus den Untiefen des Selbstreferentiellen zu lösen versucht, um eben so zu diskursiver Relevanz zu gelangen. Er liefert präzise gearbeitete Momentaufnahmen einer dissidenten Wahrnehmung, die sich im Hinsehen und Vernetzen von Blicken immer weiter verwickelt und sich dabei nachhaltig aus den nachwehenden Melancholien des Pop herauskonstruiert:

"Letztlich stelle ich mir eine Literatur vor, die wie Zeitung ist. Noch nicht mal wirklich besser als Zeitung, sondern nur erweitert um dieses eine reale Einzelmoment, das jeder einzelne Leser der Zeitung zufügt, durch sein Lesen, in Gedanken, in Gesprächen, durch seine Interessen, sein emotionales Geführtsein von seiner Geschichte, all das sozusagen abstraktes Schwerefeld, nicht ein konkretes Leben, sondern die allgemeine Tatsache, daß dem Allgemeinen ein Ich gegenübersteht, ixzillionenfach. Diese Kollision oder Interferenz; das wäre mehr, das ich von einem Buch erwarte, von Literatur. Sicher nicht, daß sie ist wie Literatur, das ist sie ja eh. Da kann sie ja nur wegwollen davon." Wenn Holland-Moritz die eigene Schreibhaltung mit diesem Zitat aus Rainald Goetz' Abfall für Alle von 1999 beschildert sehen möchte, folgt dies einem weiteren Anliegen des vorliegenden Buches, all jenen Leuten Credits zu zollen, deren Arbeiten ihn seit vielen Jahren begleiten.

D. Holland-Moritz

D. Holland-Moritz Geboren 1954 in Solingen, lebt als Germanist und freier Autor in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Leseperformances seit 1983. Letztes Buch: Lovers Club. Eine Stimme aus dem Off (Berlin: Merve Verlag 2002). Seitdem regelmäßig in perspektive. hefte für zeitgenössische literatur (Graz/Berlin) publizierend und mit perspektive literatur berlin e. V. eher operativ tätig. Unterhält seit 2003 mit dem Publizisten Ralf B. Korte und dem Verleger Uwe Warnke den Literatursalon TEXT TOTAL.


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