RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Literatur Essays

Günter Brus

Nach uns die Malflut

ISBN: 978-3-85415-335-1
Buchpreis: € 18.90
broschiert, 256 Seiten, erschienen 2003 (französischsprachige Lizenzausgabe "Pictura jacta est" erschienen bei: Editions Absalon, Nancy, 2010)

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Meine Dichtung heißt WAGNIS. Und ich hasse Dichtung als Dichtung als Literatur als Literatur als Schreiben als Schreiben. Ich denke, daß Dichtung Rohstoffvernichtung einerseits - und Aufrichtung der rohen Stoffe andererseits sein soll, darf, muß, möchte. Ich, einer der deutsch schreibt, bäume mich auf gegen dieses lächerliche DEUTSCHSCHREIBEN. Warum bin ich nun so böse? Warum denke ich über Lächerliches nach? Weil ich über die Dichtung nachdenke, über das, was Dichtung ausmacht. Dichtung ist Ausdruck einer großen Wissensempfindung - ein großes Wort, das den dummen Zeitenlauf zum Bremsen bringt, für einige Sekunden - für Ewigkeiten der wenigen, die Dichtung denken.
Dichtung ist SELBSTAUSSERSICHSEIN - und ein kleines Lied.
(aus: Stichwort: Direktdichtung)

Wenn Künstler ihre Gedanken zur Kunst zu Papier bringen, kommt häufig so etwas raus wie Schriften zur Kunst o.ä. Wenn aber einer wie Günter Brus, seit jeher Dichter wie Künstler, seine Bemerkungen zu Kunst, Literatur etc. unter den Sammelbegriff Theoretische Poesien stellt (lexikalisch geordnet Raum greifend in über 100 Stichwörtern), so werden die Leser im vorliegenden Buch Aphorismen, kurze Prosastücke, essayistische Ausflüge, Skizzen, Pamphlete und Notizen aus Hirn, Herz, Knochen und Bauch heraus finden, die in den vergangenen Jahren parallel zur eigenen Arbeit entstanden sind und keineswegs nur als Randbemerkungen zu lesen sind. Wie kaum ein anderer hierzulande hat Brus in den letzten Jahrzehnten das eigene Kunstmachen wie das der anderen kommentiert, attackiert, aufgeworfen, in Frage gestellt und verworfen.

Stichwörter (Auswahl): Aktionismus - Angst - Arbeit - Architektur - Der Betrieb - Bild-Dichtung - Das Buch - Dadaismus - Deutsche Malerei - Direktdichtung - Ekel - Empörung - Ende der Kunst - Europa ist nicht zu retten - Fälschungen - Fantasie - Film - Die Gefahr - Geisteskrank - Gesamtkunstwerk - Gesellschaftskritik - Ich - Interpretationen - Kindermalerei - Kitschkunst - Kollegen - Körperkunst - Kreisky - Die Krise der Literatur - Kritiker - Kunst ist ? - Künstler - Kunstwerk - Leben/Kunst - Lust zur Dummheit - Malerei - Moderne - Müll - Museum - Nabelschnur - Nacht - Natur - Ökonomie - Originalität - Österreich - Philosophie - Photographie - Picasso oder Braque ... - Poesie - Politik - Rausch - Realismus - Schönheit - Die Schule der Schmiertrottel - Sprachsommer - Stilkörperverwertung - Theater - Tierisch - Ungott - Unruhe - Unterhaltung - Van Gogh - Vergangenheit - Wahrheit - Werk - Wien - Wirklichkeit - Wiese, Wald, Feld - Wissenschaft - Witz - Wohlstandsbürger - Wut - Zeichnung - Zeitlosigkeit

Günter Brus

Günter Brus geb. 1938 in Ardning (Stmk.), lebt in Graz; Aktionskünstler und Maler. Ausstellungen u.a. auf der Documenta, Kassel, in der Tate Gallery, London, im Centre Pompidou und im Louvre, Paris.


Alle im Ritterverlag erschienene Bücher von Günter Brus: