RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Walter Pilar

Lebenssee IV Wandelaltar

ISBN: 978-3-85415-565-2
Buchpreis: € 18.90
344 Seiten, zahlr. Farb.- u. SW.-Abb., brosch., 22. Jänner 2018

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Mit der vierten Welle von Walter Pilars „Lebenssee“ findet eine der beeindruckendsten Erschreibungen einer Lebens-Landschaft ihren Abschluss. Zusammen mit dem dritten Band komplettieren die vorliegenden Kapitel „Gesprenge“ und „Altarschrein“ die Tektonik eines Wandelaltars. Das Buch führt uns u.a. ins Höllengebirge, durch die Trauntalachse und ins Tote Gebirge und kulminiert in einer Dokumentation von Pilars bezugsreicher kinetischer Plastik, dem „Karbach-Hochaltar“, – gleichsam einer profanen Apotheose der Tetralogie. In gewohnter Meisterschaft verwandelt sich Pilar eine Fülle heterogener Textsorten zwischen Fakt und Fiktion an und schöpft aus einem reichen Reservoir noch nicht gehörte poetische Idiome. Die Vielzahl der aus O-Ton-Transkriptionen, historischen Dokumenten, Interviews, Erzählungen, Gipfelbucheintragungen, Lautgedichten u.v.a.m. vernehmbaren Stimmen verweist auf die stupende kulturelle Diversität, die Pilars Dichtrecherche an jenem kleinräumigen Soziotop herausarbeitet, und nicht zuletzt auf die Dynamik von dessen Wandel, der geprägt ist von Verlust und Zerstörung, aber auch von Liberalisierung in kreativen Nischen, immerhin. Mit kritischem Feinsinn, historischer Sorgfalt, mit der Freude an Spielerischem und seinem Zug ins Phantastisch-„Skurreale“ schuf Walter Pilar ein singuläres Werk, das regionale Sprachformen als Treibstoff für avancierte poetisch-poetologische Erkundungen einzusetzen versteht. Ein dialektal-dialektisches Bravourstück.

Eine der von Walter Pilar selbst gerne kolportierten Episoden aus seinem Leben als Matrose am Traunsee ging so: Der angehende Schriftsteller Pilar fragte den schon arrivierten Fahrgast Thomas Bernhard eines Tages unverwandt: "Kunst kommt von Können, goins Hea Beanhad?" Darauf antwortet dieser schlagfertig: "Wie kommen S' darauf?", Pilars querköpfige, widerspenstige Betonung des Regionalen und Lokalen, seine Verwendung von Dialekt und Umgangssprache in einer eigens dafür entwickelten Lautschrift machen den "Sprachinstalatör" aus Ebensee zu einem der großen Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur. Dass er Zeitlebens viel zu wenig war, steht auf einem andern Blatt! ( Peter Zimmermann, ORF / Ö1, Ex Libris vom 15. 4. 2018)

 

 

Walter Pilar

Walter Pilar geb. 1948 an der Traun, gest. 2018; Schriftsteller, Zeichner, “KunstWandWerker & Rauminstallatör”. Seit 1968 zahlreiche Lesungen, “performances”, Aktionen (z.b. bei Sprachsalz/Hall, as Wien, etc.) und Ausstellungen (OK Linz, KUB, Literaturhaus Wien, usw.). Beiträge in Kulturzeitschriften und Anthologien des In- u. Auslandes. Preise und Stipendien u.a.: Oö. Landeskulturpreis für Literatur 1990, A.-Stifter-Stipendium 2003, Österr. Projektstipendium 2012/13, Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz für Literatur 2016. Acht Einzelpublikationen


Alle im Ritterverlag erschienene Bücher von Walter Pilar: