RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


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Sabine Hassinger

Putzbuch

ISBN: 978-3-85415-356-6
Buchpreis: € 13.90
120 Seiten, broschiert, erschienen 2004

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„Putzen selbst und die Arbeit das deutsche Arbeitsethos führt an die Kostbarkeit des Lebens nicht heran dass Arbeit etymologisch Schlimmes dass die Künstler ihr Tätigsein ihre Produkte das Arbeiten die Arbeit nennen wohlwollend eine Skulptur ein Blatt Papier das Verhältnis mit Objektarbeit Hausarbeit Arbeit gelohnt Schreibarbeit im Putzbuch heißt Arbeit was das Putzen ist und die künstlerische Arbeit hindurchübersetzt wo sich Arbeiten treffen unvertraut im Sinne der Zuspitzung von Arbeit keine poetischen Stellen waren sie nicht zu vertreiben wollten unübersetzt bleiben werden sie in eingeschobene Werbesprüche gesagt Werbung oder das Ende der Werbung wörtlich eingebaut Produkt indem das Wort Arbeit das Putzen häufig auftaucht ein Kontrapunkt Spiel das Spielen Spielregeln auch der Ernst Leben und Tod kommen durch“
Sabine Hassinger zum „Putzbuch

Stehen heute dem literarisch Interessierten beispielsweise „Literarische Kochbücher“ sonder Zahl zur Verfügung, so wird er unter der Rubrik „Literarische Putzbücher“ ungleich schwerer fündig; obschon das Thema in der neueren deutschen Literatur – von der „Putzmacherin“ Lenette im „Siebenkäs“ bis zur Haushälterin in Canetti’s „Blendung“ – immer wieder variiert wird. Dabei scheint gerade die reizvolle Hausarbeit Literatur ein Wisch-und-Weg-Schreiben mit und gegen die gebügelte Tradition der geschilderten Häuslichkeit herauszufordern: „… es dauerte lange bis dein Name so weit bei mir gesickert war und dass ich erkennen konnte und wissen wollte ob es so ist dass du schon Jahre bei meinen Büchern stehst allerdings in Tönen allerdings unter Staub der hier alles beherrscht …“

Sabine Hassinger radikalisiert „die Frage nach neuer Arbeit“ ebenso lustvoll wie intensiv, indem sie sich selbst als Subjekt einschleust und – am Objekt der Rede ständig abreibend – mit dem Leitmotiv ständig aufräumt.

„… das Leben wird gefährlicher die einfach bedürftige Nachkriegszeit hat sich über das Erreichte im Aufschwung in eine gegenwärtige Beschädigungszeit gehängt die Arbeitsseligkeit ist dahin das Nacheinander zählt nicht mehr …“