RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


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Wolfgang Bauer

Der Geist von San Francisco. Verstreut publizierte u. nachgelassene Texte (hg. von Thomas Antonic)

ISBN: 978-3-85415-470-9
Buchpreis: € 23.90
Mit zwei Essays zum Autor von Elfriede Jelinek und Martin Esslin sowie einem Kommentar und Nachwort des Herausgebers, 336 Seiten, brosch., September 2011

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Der Band illustriert einerseits die Vielfalt von Wolfgang Bauers (1941-2005) Werken aus dem Nachlass: frühe Einakter, Hörspiele sowie “Mikrotexte” sind eindrucksvolle Belege von Bauers Experimentierfreude im Umgang mit diversen Gattungen bereits vor den Mikrodramen (1964); und auch unter den späteren Nachlasstexten finden sich überaus originelle Beispiele formreflexiver Literatur: Gedichte von kalkuliert „schrägem“ Pathos ebenso wie das Libretto zur Kurzoper Das gestohlene Herz. 

Andrerseits macht der Band verstreut veröffentlichte Texte aus mehreren Jahrzehnten wieder zugänglich: den Einakter Noch ein letztes Mal, Kurzprosa, Essays zur Dichtkunst, zum Jazz oder zur Wiener Theaterszene, ein fiktives Interview mit Martin Kippenberger, das Mikrodrama Der Tod des H. C. Artmann oder die Erzählung Der Geist von San Francisco, in der sich ein kalifornischer Kriminalautor auf den Weg nach Wien macht, um seinen Doppelgänger ausfindig zu machen. In Summe stellt das Buch die brillante Komplettierung eines einzigartigen Werks dar, in dem sich auf die glücklichste Weise unbändige Phantasie und Heiterkeit mit konzeptioneller Stringenz vereint. 

 

 

 

 

Wolfgang Bauer

Wolfgang Bauer (1941-2005), laut Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek der "wichtigste, zeitgenössische Dramatiker" in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, schrieb über 20 abendfüllende Theaterstücke, dazu Gedichte, Drehbücher, Hörspiele, Kurzprosa sowie den Roman "Der Fieberkopf". Mit seinen realistischen und zugleich modellhaften Stücken aus dem österreichischen Künstler- und Intellektuellenmilieu, "Magic Afternoon", "Change" und "Gespenster", sorgte er Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre auf deutschsprachigen Bühnen für Furore. In der Folge entwickelte Bauer eine einzigartige Form phantastisch-surrealer Schauspiele, in denen philosophische und naturwissenschaftliche Theorien, mitunter auch esoterische Vorstellungskomplexe mit avancierten dramaturgischen Verfahren verquickt werden. Diese Texte des sogenannten Spätwerks stellten weite Teile des Theaterbetriebs und der Kritik vor größere Verständnisprobleme, was schließlich zu einer Marginalisierung Wolfgang Bauers seit den 1980er Jahren geführt hat.


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