RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Literatur Essays

Arnolt Bronnen

O. S.

ISBN: 978-3-85415-165-9
Buchpreis: € 18.90
416 Seiten, broschiert, erschienen 1995

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Bronnens Freikorps- bzw. Oberschlesienroman O.S. wurde nach seiner Publikation 1929 sowohl von der linksliberalen Intelligenz (Ossietzky, Tucholsky u. a.) als auch von der nationalsozialistischen Presse scharf angegriffen. Von Ernst Jünger als „Tendenzwende im Roman“ begrüßt, von Goebbels gelobt, wurde der Roman ein Medienereignis. Der Ritter-Verlag gibt das Buch als Supplement zur (inzwischen vergriffenen) Werkausgabe im Kontext einer differenzierten literaturwissenschaftlichen Interpretation neu heraus. Als ein Fallbeispiel für den „Verrat der Intellektuellen“ könnte die Lektüre als Diskussionsmaterial zur aktuellen Debatte über die Ästhetisierung von Gewalt auch auf einer anderen Textebene (Kino, Pop-Kultur u. ä.) herangezogen werden.

„Der Roman kommt an die Grenze der Parodie, aber er ist keine, sondern er versteht diese Abstrusitäten, als ob ein psychiatrisches Gutachten sich mit einem Angeklagten identifizierte. Er ist Partei, nicht Gericht – als ,Abenteuerroman‘. Es gibt kaum ein besseres Material für eine ideologiekritische Analyse faschistischer Ideologeme als Bronnens Darstellung der radikalnationalistischen Kämpfer.“
(Friedbert Aspetsberger, 1995)

Arnolt Bronnen

Arnolt Bronnen Arnolt Bronnen, geboren am 19. 8. 1895 in Wien. 1913–1915: Erste Dramen (Recht auf Jugend, Vatermord). Jusstudium, Kontakte mit G. Wyneken, W. Benjamin, S. Bernfeld u. a. 1915–1919: Kriegseinsatz und Gefangenschaft in Italien. 1920 Ãœbersiedlung nach Berlin. Ab 1922/23 enge Freundschaft mit Brecht. Theatererfolge, Filmarbeiten, Aufführungsskandale. 1927–1932 Kontakte zu Rechtsintellektuellen und Nationalsozialisten. Bekanntschaft mit Goebbels. Arbeiten für den Rundfunk. Nach der Machtergreifung durch die Nazis gesellschaftliche Ächtung. Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer. Aufführungsverbote. 1943/44 im antifaschistischen Widerstand im Salzkammergut. 1945–1951 Kulturredakteur bei der Neuen Zeit in Linz. Mitglied der KPÖ. Bemühungen um die Rehabilitierung als Schriftsteller und um die Aufführung seiner Stücke. 1955 Ãœbersiedlung nach Berlin-Ost. Kulturredakteur der Berliner Zeitung. Am 12. 10. 1959 in Berlin gestorben.


Alle im Ritterverlag erschienene Bücher von Arnolt Bronnen:

  • O. S.
    416 Seiten, broschiert, erschienen 1995
    ISBN: 978-3-85415-165-9
  • Werkausgabe in fünf Bänden
    5 Bande (brosch.) in Kassette, insges. 1816 Seiten, neuwertig, erschienen 1989
    ISBN: 978-3-85415-072-5