RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Literatur Essays

Eberhard Häfner

Geigenharz

ISBN: 978-3-85415-346-7
Buchpreis: € 13.90
112 Seiten, broschiert, erschienen 2003

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Geigenharz

Gedichte

Eberhard Häfners Dichtung ist sicher ein singuläres Ereignis in der deutschsprachigen Lyriklandschaft, denn wie kaum ein anderer Poet hält er Versraffinesse, sprachtheoretisch grundierten Anspruch auf Poetizität, lustgestütztes Begängnis im Ungeahnten in der Balance.
(Peter Geist)

Vom Kehrwert des Betrachtens

Menschen kann ich mir von hinten
und von Angesicht zu Angesicht
denken was den Dingen eigentümlich
meist widersinnige Gedanken
können niemals nicht Besitz erzwingen
ohne zu verlieren den Standard an die Form
weder von hinten diese Position gefunden
noch von vorne sah ich jäh den Baum
anders als ein Traum ihn deutet

Wer wissen will, was die Seelen der Zwerge und Riesen / der Trolle und Elfen beispielweise mit der Quantenphysik gemein haben, wer sich in die wortwörtlichen Abenteuer und letzten Rätsel von Elfen- und Menschengeschlechtern verstricken lassen will, der greife zum neuen Gedichtband des Erzpoeten Eberhard Häfner. Der nun erschafft, nach einer Selbstauskunft, archetypische Figuren, die in einer Zone erwachen, in der die Logik der Sprache aus dem Kontext der gesellschaftsfähigen Syntax herausfällt, aber sich poetisch anders wieder einbindet. Was das für die neuen Gedichte Häfners für Konsequenzen zeitigt?

Vor allem dies: Ursprüngliche Wort- und Satzbedeutungen werden in Rösselsprung, Rochade oder Damengambit versetzt, von ihrer Verweislast entbunden und in Zauber, Luftigkeit und lautspielerischen Luxus erlöst, so dass Der Worte kleinste Teilchen / Splitter von Sternen die Sinne erreichen, wie es im Gedicht Ex im Kurs der Sprache trefflich auf den Punkt gebracht wird. Dafür überlagert der Dichter wörtliche und übertragene Bedeutungen, vernetzt metaphysische, vitale und poetische Segmente, verdrillt Wechselwirkungen zwischen Textur und Schöpfung, wie im Zyklus Prädikament die Signalworte Form und Webervogel: in allen Dingen existiert der Streit / die Form zu wahren oder zu schwinden / dann Trauer zeigen, eine Möglichkeit / sofern der Webervogel steigt / entsteht im Abendrot ein Gobelin.

Eberhard Häfner

Eberhard Häfner Eberhard Häfner, geboren 24. 10. 1941 in Steinbach/Hallenberg (Thüringer Wald). Bis 1987 als Metallgestalter und Restaurator in Erfurt tätig. Seit 1985 wohnhaft in Berlin. Ab 1987 freiberuflich als Dichter. Preis: 3-Sat-Stipendium beim Klagenfurter Bachmann-Wettlesen 1989.

Im Ritter Verlag bisher erschienen: Igelit. Abenteuerlicher Kunststoff, 1995; Haem Okkult. Ein Facettenroman, 1997; Kippfiguren Nippfiguren, 2000.


Alle im Ritterverlag erschienene Bücher von Eberhard Häfner:

  • Geigenharz
    112 Seiten, broschiert, erschienen 2003
    ISBN: 978-3-85415-346-7
  • Haem Okkult, Ein Facettenroman
    120 Seiten, broschiert, erschienen 1997, neuwertig, mit Zeichnungen von Gerd Sonntag
    ISBN: 978-3-85415-212-5
  • Igelit
    100 Seiten, broschiert, erschienen 1995, neuwertig
    ISBN: 978-3-85415-150-0
  • Kippfiguren Nippfiguren
    136 Seiten, broschiert, erschienen 2000
    ISBN: 978-3-85415-269-9