RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Literatur Essays

Hansjörg Zauner

sie ist im lieblingssong mit skistöcken als lächeln hängengeblieben

ISBN: 978-3-85415-501-0
Buchpreis: € 18.90
216 Seiten, zahlr. Abb. des Autors, brosch., Sept. 2013

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„Der poetische Satz ist ein lustvolles Gebilde und offen nach möglichst vielen Seiten“, formulierte Hansjörg Zauner einmal sein dichterisches Credo. In den hier versammelten 20 Prosatexten kostet der Autor die Möglichkeiten des Deutschen, eine Anzahl von Lexemen zu einem Wort zusammenzufügen, ganz und gar aus, wobei er kühne Wortskulpturen formt, deren Status zwischen jenem von belebtem Wesen oder Ding in Schwebe gehalten wird. Wie bizarre technische Geräte, „blickscherenstreichelzusteller“, „durcharmungslichttechniker“, „lichtwagenpatzer“, heißen die Akteure einer jener Konstellationen, die, sei es als Besuch von Café oder Disko, als Straßenszene oder Filmset, vage durch das „wortgerümpel“ durchschimmern. Anstelle von Handlungen oder Plots tritt in der Zaunerschen Prosa die schrille Inszenierung wechselnder Intensitäten. Hier tritt ein nimmermüder Bastler und Former von Material auf den Plan, der in der konsequenten Beschränkung auf Greifbares und Körperliches eigenwillige Oberflächenwelten konstruiert. Die darauf purzelnden, stampfenden, hopsenden, wedelnden und schwabbelnden Wortungetüme gemahnen in gleicher Weise an tollpatschige Erfindungen kindlicher Phantasie wie an Ausgeburten entfesselter technischer Produktion. Hansjörg Zauner kreiert eine unbändige und markerschütternde Prosasprache zur Exponierung und Beschwichtigung allgegenwärtiger Bedrohung.

... Hansjörg Zauners Texte sind verstörend, irritierend und befreiend, schon während des Lesens traut sich das eigene Bewusstsein immer kühnere Gedankenstückeln zu. Letzlich fühlt sich das Leserhirn nach dieser Prosa erleichtert und befreit wie ein Akrobat nach einem Salto. Aus den aufgesplitterten Wahrnehmungssegmenten setzt sich eine neue Atmosphäre zusammen wie jene, die entsteht, wenn jemand mit dem Lächeln wo hängen bleibt. (Helmuth Schönauer)

... denn dieses buch ist auf vielen ebenen gelungen, textlich, bildlich und was die ausstattung betrifft, es wurde sorgfältig hergestellt, ist schön und die erzählungen sind spannend, dicht und aussergewöhnlich in ihrem sprachgebrauch. ... in hansjörg zauners erzählvorgängen der dauermassage der sprach- und bildzentren ihrer leserinnen und leser jedenfalls lassen sich ununterbrochen neue sprachgebräuche entdecken, geniessen und bestaunen. besseres lässt sich von literatur kaum sagen. ( Herbert J. Wimmer, in: Kolik 64, Nov. 2014)

Hansjörg Zauner

geb. 1959 in Salzburg, gest. 2017 in Wien. Dichtung, visuelle Arbeiten, Kurzfilme, Herausgebertätigkeit, Preise: 1996 Reinhard-Priessnitz-Preis, 2001 Siemens Literaturpreis, 2009 Förderpreis zum Rauriser Literaturpreis.


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