RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Literatur Essays

Hansjörg Zauner

99.144 gedichtnasenlöcher schießen auf mich bis alles paßt

ISBN: 978-3-85415-549-2
Buchpreis: € 13.90
192 Seiten, brosch., November 2016

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Hansjörg Zauner ist ein Dichter von staunenswerter Konsequenz, der sich auf einige wenige sprachmanipulative Verfahren konzentriert, die er in stets neuen Facetten und auf exzessive Weise anwendet. Geradezu ein Markenzeichen seiner Kunst ist das Auf-die-Spitze-Treiben komplexer Wortzusammensetzungen, die nach dem Maßstab herkömmlicher Semantik aberwitzig erscheinen. Alles scheint mit allem verbunden und kombinierbar, ohne Unterschied paaren sich Materialien, Gerätschaften, Pflanzen, Tier und Mensch. Im vorliegenden Gedichtband irrlichtern solcherart Monstra durch Kompanien ebenförmiger Langzeilen in Strophenformation dahin. Gegenläufig zur abstrakten Gliederung treibt der Autor ein anarchisches Wortbildungsspektakel zur Erschaffung eines schroffen, eigengesetzlichen Sprachuniversums. Hansjörg Zauners schier unstillbarer Drang nach immer neuen Kompositakreationen bereitet jeglicher Übung linearen Lesens den Garaus. Das Nachspüren der kreativen Energien seiner beispiellosen Materialausbreitung verspricht ein Lektüreerlebnis von selten erreichter Intensität.

... Seine schier unerschöpfliche kreative Energie bastelt nicht nur aus Hauptwörtern Komposita, sondern verbindet auch Adjektive und Verben zu neuen Wortkreationen. Zauners Poesie ist ein Schlachtfeld im Dreivierteltakt, laut gelesen kann sie für echte Schützengrabenstimmung sorgen, um eine Anspielung an einen österreichischen Expressionisten zu paraphrasieren. ... Zauners Sprache ist nicht federleicht oder anschmiegsam schmeichlerisch, nein, seine Komposita haben Wucht und hämmern sich in das Zwerchfell. Heavy Metal eben. Wie sagte schon ein großer Romancier aus dem Österreich der Jahrhundertwende? "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." Hansjörg Zauner zieht mit einer solchen Axt auf das Schlachtfeld der Worte und es sind viele Bäume, die dabei fallen. (Jürgen Weber, Online-Buchmagazin, Literaturhaus, Wien / www.literaturhaus.at/index.php)

 

 

Hansjörg Zauner

geb. 1959 in Salzburg, gest. 2017 in Wien. Dichtung, visuelle Arbeiten, Kurzfilme, Herausgebertätigkeit, Preise: 1996 Reinhard-Priessnitz-Preis, 2001 Siemens Literaturpreis, 2009 Förderpreis zum Rauriser Literaturpreis.


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