Markus Köhle
ARBEITERKIND
Gedicht
ISBN: 978-3-85415-708-3
ca. 140 Seiten, bosch., Herbst 2026
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Was heißt es, in einem Tiroler Dorf aufzuwachsen, wenn der Vater ein einfacher Arbeiter ist und obendrein aus dem Nachbartal stammt? Markus Köhle erschreibt sich mit ARBEITERKIND eine poetische Form der Klassismuskritik. Seine Spurensuche in das Herkunftsmilieu reflektiert einen bildungsmäßigen Aufstieg und das Privileg, über den Aufstieg und die Unterschicht schreiben zu können.
Die im Band versammelten Gedichte rufen ins Bewusstsein, was Klassenzugehörigkeitsgefühl mit einem macht, und sie erzählen davon, wie unerbittlich soziale Distinktionsmechanismen funktionieren. Schreiben verheißt dem ehemaligen Ministranten Erlösung von Verletzung und Herabsetzung. Köhles kunstvoll reduzierte Sprache verdankt sich dem operativen Konzept, Erwartungshaltungen sogenannter Eliten zu unterlaufen und Strategien der Gegenrede zu etablieren. Der Wortarbeiter knackt das idiomatische Erbe und jagt mit pulsierenden Rhythmen jeden Biedersinn davon.
Virtuos beherrscht Markus Köhle eine vieltönige Klaviatur zwi- schen Rebellion, Lamento und heiterer Reminiszenz. Sein Gedichtband ARBEITERKIND spielt in einer eigenen Klasse.



