RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


Antiquarische Bücher

Thomas Zaunschirm

Leitbilder

ISBN: 978-3-85415-120-3
Buchpreis: € 14.50
248 Seiten, 60 SW-Abbildungen, broschiert, erschienen 1993

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Thomas Zaunschirm untersucht in seinem Buch „Leitbilder“ die Frage „Was ist das Wissenschaftliche an der Kunstgeschichte?“. Er ist den unsicheren Regeln auf der Spur, nach denen Faktoren wie „historischer Abstand“, „ästhetische Schwelle“ und „Realitätsgrad“ funktionieren. Daß dabei die Kriterien sich nicht immanent auf Formalismen beschränken, sondern auch die Ästhetik von Gedanken, Ideen, Beweisführungen und Schlüssen umfassen, läßt Zaunschirm einen anderen Blick auf dieses Schrifttum tun, das meist auf seinen Nutzen, seine Forschungs-Ergebnisse reduziert wird. Doch auch alte Texte „halten“ – und sie halten nicht nur als für die Wissenschaftsgeschichte relevante Texte. Sie halten, weil sie ihren jeweiligen Stil haben, der sich an ausgewählten Stoffen bildet und bewährt. Gibt es da einen Zusammenhang? Nach welchen Regeln verläuft der Dialog? Sieht man gar einem Bild an, wer sich damit beschäftigen wird? In dieser „radikalen Form“ wird man das nicht bejahen wollen, aber immerhin gilt wohl, daß sich nicht jeder mit allen beliebigen Werken befaßt, sondern danach sucht, woran ihm liegt. Was heißt das aber? Die überraschende Antwort liegt in einer Umkehrung: nicht die Methode eines Forschers steckt die Möglichkeiten einer Interpretation ab, sondern das interpretierte Werk ist typisch für denjenigen, der es sich wählt. Am einfachsten ist das mit Hilfe von Selbstporträts nachzuweisen. In das Selbstverständnis der Wissenschaftler irritierender Weise wird tatsächlich die Wahl des künstlerischen Selbstporträts bzw. des Künstler-Porträts zum Leitbild. So ergibt sich das methodische Selbstporträt des jeweiligen Kunsthistorikers. Das Atelier des Künstlers wird zum Atelier der Wissenschaft.

Thomas Zaunschirm untersucht in seinem Buch „Leitbilder“ die Frage „Was ist das Wissenschaftliche an der Kunstgeschichte?“. Er ist den unsicheren Regeln auf der Spur, nach denen Faktoren wie „historischer Abstand“, „ästhetische Schwelle“ und „Realitätsgrad“ funktionieren. Daß dabei die Kriterien sich nicht immanent auf Formalismen beschränken, sondern auch die Ästhetik von Gedanken, Ideen, Beweisführungen und Schlüssen umfassen, läßt Zaunschirm einen anderen Blick auf dieses Schrifttum tun, das meist auf seinen Nutzen, seine Forschungs-Ergebnisse reduziert wird. Doch auch alte Texte „halten“ – und sie halten nicht nur als für die Wissenschaftsgeschichte relevante Texte. Sie halten, weil sie ihren jeweiligen Stil haben, der sich an ausgewählten Stoffen bildet und bewährt. Gibt es da einen Zusammenhang? Nach welchen Regeln verläuft der Dialog? Sieht man gar einem Bild an, wer sich damit beschäftigen wird? In dieser „radikalen Form“ wird man das nicht bejahen wollen, aber immerhin gilt wohl, daß sich nicht jeder mit allen beliebigen Werken befaßt, sondern danach sucht, woran ihm liegt. Was heißt das aber? Die überraschende Antwort liegt in einer Umkehrung: nicht die Methode eines Forschers steckt die Möglichkeiten einer Interpretation ab, sondern das interpretierte Werk ist typisch für denjenigen, der es sich wählt. Am einfachsten ist das mit Hilfe von Selbstporträts nachzuweisen. In das Selbstverständnis der Wissenschaftler irritierender Weise wird tatsächlich die Wahl des künstlerischen Selbstporträts bzw. des Künstler-Porträts zum Leitbild. So ergibt sich das methodische Selbstporträt des jeweiligen Kunsthistorikers. Das Atelier des Künstlers wird zum Atelier der Wissenschaft.

„ ... Und wo bleibt die Kunst? Nur das Nichtverstehenwollen rettet sie vor der Vernichtung durch Kunsthistoriker. Ich bin so überzeugt davon, daß es keine Epochen(grenzen) gibt, wie davon, dass man über Kunst nicht reden kann. (Thomas Zaunschirm)

Thomas Zaunschirm

Thomas Zaunschirm, lebt in Essen und Wien, Kunsthistoriker, Professor für Neuere Kunstgeschichte/ Kunstwissenschaft. Leiter des IKUD (Institutes für Kunst- und Designwissenschaften) an der Universität Essen.


Alle im Ritterverlag erschienene Bücher von Thomas Zaunschirm: