Joe Berger

HIRNHÄUSL – Prosatexte aus dem Nachlass & verstreut Publiziertes

ISBN: 978-3-85415-443-3

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304 Seiten, brosch., mit Grafiken von Sara Berger, erschienen 2009,
herausgegeben von Julia Danielczyk und Thomas Antonic


Der von der Presse als „Großzelebrator des Spontanen“, „Querkopf“, „Poseur“ und „Provokateur“ betitelte Joe Berger galt nicht zuletzt durch seine aktionistischen Auftritte, Interventionen und die Präsenz in zahlreichen Filmen als eine der schillerndsten Figuren der Wiener Künstlerszene. Der anlässlich seines 70. Geburtstags konzipierte Band dokumentiert die Vielfalt und Vielschichtigkeit von Bergers überaus originellem dichterischen und journalistischen Werk, das zunehmend in Vergessenheit zu geraten droht. Sind Bergers frühere, von einem eher düsteren Grundton geprägte Arbeiten eher konventionelleren Mustern verpflichtet, so kommt in den späteren immer stärker ein subversiv-spielerischer Umgang mit verschiedenen Genres und Stilen zum Vorschein: Neben Märchen mit sozialkritischen Inhalten, für die Berger bereits zu Lebzeiten bekannt war, gibt es da u.a. urkomische Science-Fiction-Travestien, die im pseudowissenschaftlichen Ton vom Telefonplaneten berichten oder vom außerirdischen Volk der Asenzauser, das eines Tages in einem österreichischen Bergdorf landet und dessen Besuch auf der Erde in einer Wirtshausrauferei endet.

Berger galt als Meister der Anverwandlung sowohl der trivialen als auch der Hochliteratur und trieb mit den Mitteln der Aus- und Überreizung von Schreib-Routinen ein anarchisches Spiel, das die Kolportage ebenso aufs Korn nahm wie Bernhard (Die Zunge. Eine Ursache) oder Brecht (lieber BAAL).

Komplettiert wird Joe Bergers Hirnhäusl durch essayistische und journalistische Arbeiten, deren scharfe Beobachtungen des österreichischen Kulturbetriebs noch heute Gültigkeit besitzen. Aufschlussreich für Bergers Kunstverständnis sind schließlich zwei Texte, die sich mit den Arbeiten seiner Kollegen und Freunde, des Malers Franz Ringel und des Dichters Wolfgang Bauer, auseinandersetzen, mit denen Berger Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gemeinsam als Aktionstheatergruppe first vienna working group: motion (vormals Arbeitsgruppe Bauernschnapsen; der auch Gunter Falk und Reinhard Priessnitz angehörten) aufgetreten ist.

… “Denn Joe Berger ist eine Figur aus einer Zeit, als Künstler mehr wollten als auf irgendeine Shortlist, einer Zeit, in der Erfolg nicht darin bestand, als Begleitprogramm unter dem Titel “Köstliche Lesung, Köstliche Küche” das Image eines Haubenlokals zu schmücken. … 

(Evelyne Polt-Heinzl, in: “Die Furche” (Booklet), 6.5.2010)


Joe Berger

Joe Berger, geboren 1939 in Kaltenleutgeben bei Wien, lebte bis zu seinem Tod 1991 ebendort und in Wien. Er verfaßte 1958 seinen ersten Roman, lernte in den frühen 1960er Jahren bei Regiearbeiten Konrad Bayer kennen und geriet dadurch in das Epizentrum der literarischen und künstlerischen Szene Wiens.
Neben zahlreichen Texten in Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen seine Bücher Märchen für Konsumkinder (1977), Ironische Zettel (1980), Plädoyer für den Alkohol (1985) sowie Märchen für die Satten und Irren (1990).

Bisher erschienene Titel im Ritter Verlag:

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