RITTERVERLAG
Verlag für Kunst und Literatur


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Österreichische Galerie Belvedere Wien (Hg.)

Marc Adrian - Film, Kunst, Medien. Monografie und Werkverzeichnis.

ISBN: 978-3-85415-540-9
Buchpreis: € 45.00
496 Seiten, Hartband, ca. 900 Farbabb., deutsch/englisch, April/2016; mit Beiträgen von: Dieter Bogner, Cornelia Cabuk, Harald Krejci und Olaf Moeller

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Marc Adrian (1930–2008) zählte zu den herausragenden Künstlern einer protestierenden, internationalen Neo-Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Multitalent war er Erfinder neuer Bildwelten und arbeitete als Bildhauer, Maler, Grafiker, Filmemacher, Fotograf und Schriftsteller in Österreich und international. Er studierte 1950–1954 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Fritz Wotruba, in Mailand und Paris. Stimuliert durch typische, in Österreichs Musik- und Geistesgeschichte latent wirksame konstruktive, serielle Denkweisen entwickelte er bereits in den 1950er-Jahren im Gedankenaustausch mit Gerhard Rühm und den Künstlern der Wiener Gruppe den methodischen Inventionismus, ein universales Konzept zur Kunstproduktion von visueller Dichtung bis zu Mobiles, Klangskulpturen, Assemblagen und Rauminstallationen. Mit seinen Untersuchungen zur Bewegung und Wahrnehmung leistete er einen Beitrag zu den internationalen Bewegungen ZERO, den Neuen Tendenzen und arte programmata, der zu seiner Teilnahme als einziger Österreicher an der großen Op Art Ausstellung The Responsive Eye 1965 im MoMA in New York führte. Sein Weltbild des Kinetismus verwirklichte er intermedial in neuen Gattungen, Genres und Technologien und arbeitete zunächst mit Kurt Kren auch auf dem Gebiet des Experimentalfilms. In seiner Sprach- und Medienkritik zählte er zu den ersten Künstlern, welche den Computer als Zufallsgenerator einsetzten und war 1968 an der legendären Ausstellung Cybernetic Serendipity in London beteiligt. Anhand des schriftlichen Nachlasses wird der künstlerische Werdegang analysiert und seine Bedeutung im Kontext der internationalen Entwicklung beleuchtet. In der Serie der Belvedere Werkverzeichnisse umfasst seine Werkdokumentation 894 Positionen, medienübergreifend in allen Gattungen und zu einem erheblichen Teil erstmals publiziert.