Ronald Pohl

Die Akte des Vogelsangs. Gedichte

ISBN: 978-3-85415-516-4

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136 Seiten, brosch., erschienen 2014


Ezra Pound nannte das „Image“ etwas, das „einen intellektuellen und emotionalen Komplex innerhalb eines Augenblicks darstellt.“ Ronald Pohls Lyrik ist auch das: Umschlagplatz für das noch zu Sammelnde, ein Erlebnisort für das vordem Nicht-Gewusste, für das anderweitig Gedachte, für das Unerhört-Gebliebene. Das längere Gedicht verdankt seine Impulse und Antriebe einer Hellhörigkeit, die Eingebungen aufnimmt, um sie in den Strophenbau erzählerisch einzugliedern.
Nach langjährigen Versuchen mit experimentell ausgerichteter Lyrik im Banne phonemischer Mehrwertigkeit zielen Ronald Pohls neue Gedichte auf die Verzeichnung individueller Erlebnisform. Tastende Wahrnehmungen führen zu rhizomatischen Geflechten voller Anspielungen. Lichtblitze der Erinnerung erhellen Wohlstandszonen der „Baby-Boomer“ im noch nachkriegsgrauen Wien. Jazzer wie Charles Parker und Miles Davis kommen zu Wort, die mysteriösen Klangzonen M. Feldmans werden aufgesucht, der Abbruchlandschaft T.S. Eliots wird Reverenz erwiesen.
Der Spiel- und Verzeichnungstrieb dieser Lyrik gehorcht dem Ethos der Improvisation. Unterschiedliche Praktiken formal avancierter Poesie gehen miteinander neue, gelockerte Beziehungen ein: radikal-subjektive Wort-Klang-Bilder konterkarieren zeitgenössische, standardisierte Lebenswelten. Ronald Pohls neue Gedichte ergötzen durch den Schwung ihrer poetisch-poetologischen Ungeläufigkeit.

Die einzelnen Titel versprechen Gedichte, die sich einem Anlass verdanken. Als Anlass gilt aber mehr ein durchgängiges Programm, mehr ein diffiziler Gedanke als je verschiedene Impressionen. Wer daran geht und versucht, dieses Programm in ehrgeiziger Lektüre nachzuvollziehen, wird genussvolle Erfahrungen machen.

(Georg Oberhumer, in: Wespennest Nr. 170/April 2016)


Ronald Pohl

* 1965 in Wien, ist österreichischer Kulturjournalist, Theaterkritiker und Schriftsteller, lebt in Wien.

Seit 1990 Autor und seit 1993 Feuilleton-Redakteur der Tageszeitung DER STANDARD,
seit 2004 auch als freier Schriftsteller tätig.

Ronald Pohl ist Pohl ist Lektor am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Foto:©MMR

Bisher erschienene Titel im Ritter Verlag:

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