Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler

Vom Nutzen der Schönheit – Orchideen und andere Fächer

ISBN: 978-3-85415-439-6

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240 Seiten, S/W-Abb., brosch., neuwertig, erschienen 2009


Alles muss sich lohnen. Wie wird Geld zu Wissen, Wissen zu Geld? Evaluation, alles muß schneller und schneller gehen, alles sollte sich rechnen. Gleichzeitig boomen Pilgergänge und Esoterik. Was kann uns Schönheit nützen? Es kann schön sein, sich selbstvergessen mit einer Materie zu beschäftigen und in dieser Selbstvergeßlichkeit Glück zu empfinden. Auch ist es so, daß eine Beschäftigung vorerst ohne Seitenblick auf Verwertbarkeit zu einem anderen Zeitpunkt sehr nützlich und einträglich sein kann. War Islamistik einst so ein Orchideenfach, da schön und exotisch, bringt dieses Wissen heute praktischen Nutzen.

Es kann schön sein, etwas zu tun, aber es kann ebenfalls schön sein, einfach nichts zu tun. Dieses Nichtstun, die Muße, kann Quelle von Kreativität sein. Wer seinen Mitarbeitern keine Pausen gönnt, macht ihre Arbeit auch nicht effizienter. Lümmeln und Nichtbeachtung dessen, was wichtig scheint, das zeigen die berühmten Putten auf Raffaels Sixtinischer Modanna. Sie waren als Herausforderung an die Vorstellung der Mächtigen gedacht, daß Müßiggang ein Laster sei; vor allem Frauen sollten ihre Hände immer beschäftigt halten, um nicht auf unziemliche Gedanken zu kommen. Da führt eine klare Gedankenlinie zu den politischen und gesellschaftlichen Argumenten gegen die Einführung eines Grundeinkommens für alle, ohne entsprechende Gegenleistung.

Mit Beiträgen von:
Rudolf Taschner, Die Opalka-Obsession,
Claus Leggewie, In Schönheit untergehen? Klimawandel als kulturelle Frage,
Margit Appel, Bedingungslosigkeit: Freiheit zur Muße,
Helga Müller, Vom Nutzen des Schönen,
Peter Strasser, Über die Dinge, die sich noch immer nicht kaufen lassen,
Paul Kellermann, Von Midas zum Moneyismus,
Michael Hutter, Vom Nutzen zur Schönheit und zurück – in drei Runden,
Helmuth Lethen, Das Schicksal eines schönen Bildes im Schatten der Finanzkrise,
Rainer Bischof, Die Notwendigkeit der Schönheit – Kunst kommt von Müssen,
Wolfgang Ullrich, Die Schönheit des Geldes und die Schönheit der Kunst,
Robert Pfaller, Die Revolver der Überschüsse,
Jan Assmann, Schönheit und Unvergänglichkeit im Alten Ãgypten

Der Vortragsband zum 10. Symposium in der Reihe “Kunst und Gesellschaft” in Villach,
herausgegeben von Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler


Irmgard Bohunovsky-Bärnthaler

* 1939 in Tarvisio, Italien,
österreichische Historikerin, Galeristin und Autorin.

Ab 1960 Studium der Geschichte, Germanistik, Philosophie, Völkerkunde und Kunstgeschichte an der Universität Wien,
1964 Promotion,
1966 Dr.-Leopold-Kunschak-Preis,
1965-1971 Leitung des Kulturamtes der Stadt Klagenfurt,
1971-1975 journalistische Tätigkeit bei der EWG in Brüssel,
1979 Gründung der Galerie Carinthia;
Wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit, Schwerpunkt Kulturpolitik.

Bisher erschienene Titel im Ritter Verlag:

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