Gerhard Rühm

Epigramme und Epitaphe

ISBN: 978-3-85415-627-7

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136 Seiten, brosch., erschienen 2021


Ein voll Gottvertrauen zerschellter Pilgerbus, ein sogenannter “Ehrenmord”, industrielles Schlachten und anthropogenes Insektensterben, aber auch das Versiegen von Abels freudlosem Leben oder Jungfrau Marias Auferstehung “aus Protektion”: solche und andere Sujets dienen Gerhard Rühm als Material für 36 Neuinterpretationen der Gattung “Epitaph”: vom frühen Lautgedicht im Wiener Dialekt auf den Selbstmörder “dlü” bis zu dem mit monovokalen türkischen Wörtern verfassten “gedenken an gülsüm” aus jüngster Produktion. Die poetischen Kalküle und Rühms lakonischer Humor konterkarieren den Irrglauben und Gewalt-Eskalationen heutiger Wirklichkeit. Mitreißende Sprachartistik und vom Autor entwickelte Verfahren sprachmusikalischer Transgression eröffnen Wege zu einem intensiveren, gleichsam leibbasierten Verstehen. Auch die sechs mal sechs “Epigramme” beruhen auf singulären Text- und Bildkonzepten. Als Einworttafel oder als collagierte Versatzstücke aus Zeitungstexten und Kreuzworträtseln oder in Gestalt von Wettergraphik, Strichliste, Parkstrafe, Merkzettel u.a.m. durchqueren die Blätter die Tradition des Epigramms als biederen Sinnspruch, setzen Impulse für kreative Assoziationen und generieren mittels Formbeziehungen Zusammenhang, (Lebens-)Geschichte in konzentriertester Form.

Gerhard Rühm, der Multikünstler des Jahrgangs 1930 (…) ist kein Autor für strapaziöse Weihestunden. Seine Wortbildkunst ist dem Spiel des Zufalls ebenso zugetan wie der Freude an der Pointe, sie zielt aufs gesellschaftlich Konkrete wie auf den freien Raum für das Klickern der Assoziationen. (…) Auf jeden Fall gilt, was auf einem Bild zu lesen ist: „Jedes Wort zählt“.
(Martin Oehlen, Bücheratlas)


Gerhard Rühm

* 1930 in Wien,
österreichischer Autor, Komponist und bildender Künstler

Musikstudium in den Fächern Klavier und Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Seit Anfang der 1950er Jahre produzierte er Lautgedichte, Sprechtexte, visuelle Poesie, Fotomontagen und Buchobjekte.

Gerhard Rühm ist Mitgründer der Wiener Gruppe und
arbeitete mit Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener zusammen.
Er wurde zu einem der wichtigsten Anreger der österreichischen Literatur nach 1945.

1972-1996 Professor an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg.

Zahlreiche Preise und Würdigungen u.a.
1991 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur,
1991 Ehrenmedaille der Stadt Wien,
2010 Ehrendoktorwürde der Universität zu Köln,
2015 Karl-Sczuka-Preis für Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt

Gerhard Rühm lebt mit seiner Frau Monika Lichtenfeld in Köln.

Foto:©MMR

Bisher erschienene Titel im Ritter Verlag:

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