Gerhard Rühm

Von Graz nach Grinzing oder Robert Blum im Himmel – Eine Radiofantasie

ISBN: Sonderausgabe

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80 Seiten, brosch., erschienen 2010
Sonderausgabe mit CD (Radio-Inszenierung des Textes in der Regie von
G. Rühm, Musik: Carl Rühm), Auflage 70 Stk., nummeriert und signiert
Diese Edition wird nicht über den Buchhandel vertrieben – bitte wenden Sie sich direkt an den Verlag.


Von Graz nach Grinzing“ führt den Leser in die eigentümliche Welt des steirischen Musikers, Visionärs und Schriftstellers Jakob Lorber (1800-1864). Über dessen Leben und Werk gibt ein Essay Auskunft, den Gerhard Rühm in die Mitte einer ebenso geisterhaften wie heiteren Geschichte eingeschoben hat, die im Wesentlichen auf Material aus Lorbers Schrift „Eine Geister-Szenerie. Gewaltsamer Eintritt des Robert Blum, seine Erfahrung und Führung im Jenseits“ beruht.
Der historische Robert Blum (geb. 1807 in Köln) war u.a. Schriftsteller und Sprecher der Demokratischen Linken in der Frankfurter Nationalversammlung; während der 1848er Revolution kam er nach Wien, schloss sich den kämpfenden Republikanern an, wurde gefangen genommen und – trotz seiner Immunität als Abgeordneter – zum Tode verurteilt und von Alfred Fürst zu Windischgrätz hingerichtet. Die Radiophantasie erzählt nun von der Nachtodexistenz Blums, der zunächst noch verloren in schwarzer Leere sein Schicksal beklagt, nach einiger Zeit jedoch seinem Mörder vergibt, zu Jesus und so wieder festen Boden unter den Füßen findet und schließlich mit herrlichem Haus und prachtvoller Frau, einer ehemaligen Barrikadenkämpferin, belohnt wird.
Die Beschäftigung mit den über 10.000 Buchseiten umfassenden „Neuoffenbarungen“ Jakob Lorbers, der sich selbst als „Schreibknecht Gottes“ bezeichnete, dokumentiert Rühms besonderes Interesse am Phänomen des automatischen Schreibens. In seiner Radiophantasie überführt Rühm die „naive“ und „von außen gelenkte“ Dichtung Lorbers mittels „Neumontage“ in ein Stück avancierter Sprachkunst und lässt diese im Licht der Aufklärung als außergewöhnliches Exempel noch zu entdeckender Fantasy-Literatur erstrahlen.


Gerhard Rühm

* 1930 in Wien,
österreichischer Autor, Komponist und bildender Künstler

Musikstudium in den Fächern Klavier und Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Seit Anfang der 1950er Jahre produzierte er Lautgedichte, Sprechtexte, visuelle Poesie, Fotomontagen und Buchobjekte.

Gerhard Rühm ist Mitgründer der Wiener Gruppe und
arbeitete mit Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener zusammen.
Er wurde zu einem der wichtigsten Anreger der österreichischen Literatur nach 1945.

1972-1996 Professor an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg.

Zahlreiche Preise und Würdigungen u.a.
1991 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur,
1991 Ehrenmedaille der Stadt Wien,
2010 Ehrendoktorwürde der Universität zu Köln,
2015 Karl-Sczuka-Preis für Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt

Gerhard Rühm lebt mit seiner Frau Monika Lichtenfeld in Köln.

Foto:©MMR

Bisher erschienene Titel im Ritter Verlag:

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